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Elektroneurographie
Die Elektroneurographie (ENG) kann viele Informationen liefern, die bei der Diagnose einer entzündlichen Polyneuropathie (oder Immunneuropathie) hilfreich sind. Dabei wird ein Nerv, der Symptome zeigt, mit einem schwachen elektrischen Strom gereizt und aufgezeichnet, wie er diesen Reiz weiterleitet. Dies gibt Auskunft über die Funktionsfähigkeit. Dabei wird die Qualität der Reizleitung bestimmter Nerven gemessen.
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Elektromyographie
Die Elektromyographie (EMG) zeichnet die Funktionsfähigkeit der Muskeln auf. Bei entzündlichen Polyneuropathien sind die Muskeln an sich nicht geschädigt, die Muskelschwäche beruht auf der fehlerhaften Steuerung der Muskeln durch die motorischen und/oder sensorischen Nerven. Im späteren Verlauf der Erkrankung können auch die Muskeln selbst Schaden nehmen, da sie nicht ausreichend gereizt werden.
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Liquoruntersuchung
Bei Neuropathien kann es sinnvoll sein, die Hirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor) zu analysieren. Bei einigen Patient:innen ist die Konzentration von Eiweiß (Albumin) erhöht.
Die Entnahme des Liquors erfolgt über eine Lumbalpunktion, also einen Einstich in den unteren Teil des Wirbelkanals, denn die Hirnflüssigkeit und die Rückenmarksflüssigkeit stehen miteinander in Verbindung. Ist der Eiweißwert zunächst normal, kann 7 bis 10 Tage nach den ersten Symptomen eine zweite Liquoruntersuchung sinnvoll sein, da sich der Eiweißwert im Krankheitsverlauf ändern kann – aber dies ist nur erforderlich, wenn die anderen Befunde aus der Anamnese, klinischen Tests und der Elektrophysiologie nicht eindeutig sind.
Eine alleinige Bestimmung der Eiweißkonzentration genügt für eine Diagnose nicht, da dieser Wert ebenfalls bei symptomatisch ähnlichen Erkrankungen erhöht sein kann.
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Blutwerte
Der Nachweis von Autoantikörpern gegen bestimmte Ganglioside kann zur Diagnose einer Immunneuropathie (oder entzündlichen Polyneuropathie) hilfreich sein.
Als Ganglioside bezeichnet man eine Gruppe von Eiweißen, die vor allem im Nervensystem vorkommen. Menschen mit Polyneuropathien können gelegentlich Autoantikörper gegen bestimmte Ganglioside bilden, die dann im Blut nachgewiesen werden können. Am häufigsten lassen sich Gangliosid-GM1-Antikörper nachweisen. Bei gesunden Menschen bildet das Immunsystem keine Antikörper gegen diese Proteine, daher kann ein Nachweis dieser spezifischen Antikörper ein Hinweis auf eine Autoimmunerkrankung sein.