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Symptome bei CIDP

CIDP-Symptome: Überblick

Die chronische inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) ist gekennzeichnet durch eine fortschreitende Muskelschwäche und Gefühlsstörungen in Armen und Beinen, die über mehrere Wochen (mindestens 8 Wochen) anhalten. Ganz typisch bei CIDP ist auch, dass die Reflexe in den betroffenen Arealen deutlich verlangsamt sind oder sogar vollständig fehlen (Areflexie).

Die CIDP-Symptome können zwischenzeitlich besser werden oder sogar ganz verschwinden, dann aber wieder schwerwiegender werden (rezidivierender oder schubförmiger Verlauf). Bei manchen Patient:innen entwickeln sich die Symptome bei CIDP auch langsam und schleichend, sodass sie erst verzögert auffallen.

Die Nerven der Atemmuskulatur ist bei CIDP-Patient:innen nur in Einzelfällen betroffen, daher sind Atemstörungen und Luftnot äußerst selten.

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    Motorische CIDP-Symptome

    Die Muskeln sind bei CIDP nicht direkt betroffen. Die gestörte Kontrolle der Muskeln durch geschädigte Nerven führt jedoch zu:

    • Muskelschwäche, Muskelzucken und Muskelkrämpfen
    • Lähmungen
    • Verlust der Beweglichkeit
    • Nachlassen der Ausdauer im Alltag
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    Sensible CIDP-Symptome

    Die Schädigungen der sensorischen Nerven, die Sinneseindrücke an das Gehirn vermitteln, können zu einer Vielzahl von Beschwerden vor allem in Armen und Beinen führen. Patient:innen beschreiben folgende Symptome am häufigsten:

    • Empfindungsstörung (Parästhesie):
      • Kribbeln, das sich anfühlen kann wie "Ameisenlaufen" oder Stiche auf der Haut
      • Ein pelziges Gefühl, Taubheitsgefühle oder ein Gefühl "wie in Watte gepackt"
      • Brennendes Gefühl
    • Schwellungs-, Druck- oder Spannungsgefühl
    • Verminderte Wahrnehmung von Hitze und Kälte auf der Haut
    • Doppelbilder sehen, Schluck- oder Hörstörungen
    • Schmerzen
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    Kombination von sensiblen und motorischen Störungen

    • Koordinationsstörungen
    • Gleichgewichtsprobleme, die zu Gangunsicherheiten, Probleme beim Treppensteigen oder Stolpern führen können
    • Eingeschränkte Feinmotorik, die zu Schwierigkeiten bei alltäglichen Bewegungen durch Muskelschwäche in den Händen führen kann, wie z. B. beim Hemdenzuknöpfen, Reißverschlusseinfädeln und Schnürsenkelbinden
    • Gleichgewichtsprobleme
    • Verminderte oder fehlende Reflexe (Areflexie)
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    Fatigue und nachlassende Ausdauer

    Müdigkeit bzw. außerordentlicher körperlicher, geistiger und seelischer Erschöpfungszustand (Fatigue) und nachlassende Ausdauer zählen ebenfalls du den CIDP-Symptomen.

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    CIDP-Symptome sind zumeist symmetrisch

    In der Regel sind die CIDP-Symptome symmetrisch, sie treten also auf beiden Körperseiten auf.

CIDP-Formen

Neben der typischen CIDP existieren weitere Varianten. Die Unterteilung in verschiedene Varianten beruht auf zwei Merkmalen:

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    Wie stark sind die Myelinscheiden der Nervenzellen geschädigt?

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    Wo befinden sich die von CIDP betroffenen Nervenzellen im Körper?

Typische CIDP
Distal (DADS)
Multifokal (MADSAM, LSS)
Fokal
Motorisch
Sensibel

Typische CIDP

Die sogenannte typische CIDP liegt vor, wenn die Muskelschwäche beidseitig symmetrisch an Armen und Beinen auftritt, gekoppelt mit Gefühlsstörungen an mindestens zwei Gliedmaßen. Die Symptome schreiten entweder kontinuierlich oder schubförmig voran.

C-APROM/DE/IG/0038

Distale CIDP oder DADS

Die distale CIDP oder DADS (distale, akquirierte demyelinisierende symmetrische Neuropathie) zeigt sich mit Sensibilitätsverlust in Händen und Füßen sowie einer Gangunsicherheit. Distal bezeichnet die vom Körperstamm weiter entfernten Teile der Gliedmaßen, also Hände und Füße. Tritt Muskelschwäche auf, ist sie in der Regel in den unteren Gliedmaßen (Füßen) ausgeprägter als in den oberen (Händen).

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Multifokale CIDP oder MADSAM

Bei der multifokalen CIDP, auch Lewis-Sumner-Syndrom (LSS) oder MADSAM (engl.: multifocal acquired demyelinating sensory and motor neuropathy; dt.: multifokale erworbene demyelinisierende sensorische und motorische Neuropathie) genannt, treten die motorischen und sensorischen Symptome nicht symmetrisch auf beiden Körperseiten auf. In der Regel äußert sich die multifokale CIDP zuerst an den Armen, später können die Beine folgen. Häufiger als bei anderen Formen CIDP sind auch Nerven im Kopfbereich betroffen, sodass z. B. Sehstörungen auftreten.

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Fokale CIDP

Die fokale CIDP ist sehr selten und betrifft nicht ganze Gliedmaßen, sondern einzelne Nervengeflechte. Eines davon ist für die Motorik von Schulter- und Brustmuskulatur sowie die Motorik und Sensorik von Arm und Hand zuständig. Ein anderes, von der fokalen CIDP betroffenes Nervengeflecht versorgt die Gesäßmuskulatur, rückseitige Ober- und Unterschenkelmuskeln sowie sensorisch die Beinrückseite bis zum Fuß. Dementsprechend sind bei der fokalen CIDP Ausfälle in ebendiesen Regionen zu beobachten.

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Motorische CIDP

Die rein motorische CIDP äußert sich durch eine beidseitige, symmetrische Schwäche der Extremitäten, also der Motorik. Die Gefühlswahrnehmung (Sensorik) ist nicht betroffen.

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Sensible CIDP

Bei der rein sensiblen CIDP ist nur die Sensorik betroffen, es tritt keine Muskelschwäche auf. Durch die Beeinträchtigung der Sinneswahrnehmung treten allerdings neben Veränderungen des Hautgefühls auch Störungen des Gleichgewichts und Lagesinns und damit verbundene mögliche Unsicherheiten beim Gehen auf. Langfristige Untersuchungen haben gezeigt, dass die sensible CIDP häufig ein vorübergehendes klinisches Stadium darstellt, das bei etwa 70 % der Patient:innen in eine typische CIDP mit zusätzlicher Muskelschwäche übergeht.

C-APROM/DE/IG/0038